Ankündigungstext der Buchpräsentation

13.02.03 Donnerstag, 20 Uhr, Stadtbibliothek Münster

Synagoga am Straßburger Münster

Judenfeindschaft im Mittelalter - Wurzel des modernen Antisemitismus?
Ein Gesprächsabend mit AutorInnen des Studienbuchs "Judentum und Antijudaismus in der deutschen Literatur des Mittelalters"


Hat der christliche Judenhass dem modernen Antisemitismus den Boden bereitet? Diese Frage beschäftigt die Öffentlichkeit nicht erst seit dem jüngsten kontrovers diskutierten Buch von D. Goldhagen. Als Dokumente des sozialen und religiösen Umbruchs sind die literarischen Werke des späten Mittelalters besonders geeignet, die Kontinuitäten zwischen der traditionellen Judenfeindschaft und dem rassistischen Judenhass der Neuzeit zu illustrieren. In Münster haben sich StudentInnen der Germanistik über Jahre hinweg mit dem Phänomen des Antijudaismus in der deutschen Literatur jener Epoche auseinander gesetzt. Das Ergebnis dieser Arbeit ist das Studienbuch "Judentum und Antijudaismus in der deutschen Literatur des Mittelalters und an der Wende zur Neuzeit", das im vergangenen Herbst bei der Jüdischen Verlagsanstalt Berlin erschienen ist.

Die AutorInnen gewähren an diesem Abend nicht nur Einblick in Entstehung und Inhalt der Publikation, sondern es soll auch die Frage diskutiert werden, inwieweit von einer Verantwortung des Christentums für die Schoah gesprochen werden kann.

Podium: Thomas Bartoldus (Rheda-Wiedenbrück), Claudia Bendick (Münster), Regine Schiel (Münster), Michaela Willeke (Münster).

Moderation: Dr. Erhard Holze, Münster.

Die Veranstaltung wird ausgerichtet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.





MZ vom 15.02.2003, © MZ/Külbel


Reaktionen der Presse

Antijüdische Stereotype lassen sich über Jahrhunderte zurückverfolgen. So fanden münstersche Germanistik-Studenten heraus, dass in der Zeit des Spätmittelalters ein Umschwung vom religiös zum sozial begründeten Judenhass statt gefunden hat. Dessen Auswirkungen zeigen sich oft noch heute. [...] Auf Einladung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster stellten zwei Autoren und Herausgeber Thomas Bartoldus das Werk im Rahmen eines Diskussionsabends in der [sehr gut besuchten] Stadtbücherei vor.
(Münstersche Zeitung vom 15.02.2003)


Dass derartige Forschungsergebnisse nun in einem so renommierten Verlag wie der Jüdischen Verlagsanstalt Berlin publiziert wurden, begründete der zuständige Lektor Michael Philipp in einem Brief damit, dass es sich um ein gutes und bisher fehlendes Buch handele. Auch Paul Spiegel schreibt in seinem Leitwort, dass ihm die Idee der jungen Menschen gefallen habe: "Die Tatsache, dass sie sich aus eigenem Antrieb mit diesem Thema beschäftigt haben, finde ich bemerkenswert und stimmt mich hoffnungsfroh."
(Westfälische Nachrichten vom 15.02.2003)



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